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Leinenaggression

VERHALTEN

Viele Hundebesitzer*innen haben es schon einmal gesehen, wie sich ein anderer Hund an der Leine wie eine aggressive Bestie verhält, sobald sich ein anderer Hund nähert; sich in die Leine hängt mit fletschenden Zähnen und dem schönsten Verbellen, was der Hund im Repertoire hat.

Für Außenstehende dann völlig unverständlich zu sehen, wie derselbe Hund sich entspannt im Hundefreilauf mit Artgenossen zeigt.

Als Hundebesitzer*in so eines Hundes ist es nicht leicht und meistens haben diese (gegen die Annahme Außenstehender) schon mehrere Hundeschulen, Seminare oder Hundetrainer hinter sich.

Verhalten, das mit Leinenaggression einhergeht:

  • Bellen und Knurren
  • Zerren an der Leine
  • Hochspringen oder Anstarren
  • Angreifen oder beißen (meist in Form von Abwehrverhalten)

Was ist also nicht ganz rund gelaufen?

URSACHEN

Viele Menschen kennen Situationen, in denen ein Hund an der Leine plötzlich deutlich stärker reagiert als im Freilauf. Er bellt, knurrt, springt in die Leine, fixiert oder versucht, Distanz zu schaffen.

Für Außenstehende wirkt das oft widersprüchlich – besonders dann, wenn derselbe Hund ohne Leine wesentlich entspannter mit Artgenossen umgeht.

Für die Menschen am anderen Ende der Leine kann das sehr belastend sein. Viele haben bereits einiges ausprobiert und suchen nach einem Weg, Begegnungen wieder ruhiger und besser einschätzbar zu machen.

Verhalten, das bei Leinenaggression auftreten kann:

  • Bellen und Knurren
  • starkes Ziehen oder in die Leine springen
  • Fixieren oder Anstarren
  • Hochspringen oder hektische Bewegungen
  • nach vorne gerichtetes Verhalten bis hin zu Schnappen oder Beißen

Maulkorb? Na klar!

Ein Maulkorb ist für mich kein Warnschild, sondern ein Sicherheitsgurt. Er kann helfen, Situationen abzusichern, in denen Angst, Frust, Schmerz oder hohe Erregung eine Rolle spielen. Gerade im Training kann das enorm entlasten, weil Sicherheit nicht erst dann Thema wird, wenn bereits etwas passiert ist.

Wann kann ein Maulkorb sinnvoll sein?

Zum Beispiel bei schwierigen Hundebegegnungen, beim Tierarzt, in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei Hunden mit unbekannter Vorgeschichte oder wenn ein Hund draußen Dinge aufnimmt, die er besser nicht fressen sollte. Auch bei hoher Erregung oder in Situationen, in denen ein Hund nicht ausreichend Abstand herstellen kann, kann ein Maulkorb sinnvoll sein.

Wichtig ist die Passform.

Ein Maulkorb muss so sitzen, dass der Hund ausreichend hecheln und trinken kann. Er sollte nicht drücken, nicht ständig verrutschen und dem Hund genug Raum geben. Ebenso wichtig ist eine positive Gewöhnung, damit der Maulkorb nicht selbst zum zusätzlichen Stressfaktor wird.

Maulkorb im Training.

Ein gut aufgebauter Maulkorb ersetzt kein Training. Er kann aber Sicherheit schaffen, damit wir überhaupt ruhig und sinnvoll arbeiten können. Gerade bei Hundebegegnungen kann das helfen, Druck aus der Situation zu nehmen und Schritt für Schritt an neuen Strategien zu arbeiten.
Für mich ist ein Maulkorb kein Zeichen von Versagen, sondern von Verantwortung.